Stephanuskirche Alfdorf

Die Stephanuskirche ist eines der ortsbildprägenden Gebäude Alfdorfs. Von welcher Seite auch immer man sich Alfdorf nähert, stets grüßt der gelbe Kirchturm mit seinem barocken Zwiebeldach. In ihrer jetzigen Form stammt die Kirche aus dem Jahr 1776. Das untere Mauerwerk des Turms ist aus der Zeit um 1500.

Die Alfdorfer Kirche wurde in den Jahren 1774-76 auf Initiative des Patronatsherrn Gottfried Freiherr vom Holtz erbaut. Architekt war der Gmünder Stadtbaumeister Johann Michael Keller.

Die Stephanuskirche ist eine Quersaalkirche. Sie hat eine Rokokostuckdecke, die dem Raum eine wunderbare Akustik verleiht. Altar, Kanzel und Taufstein sind in der Mitte gruppiert, so dass die Gemeinde halbkreisförmig sich darum herum sammelt. 1951 schuf der Kirchenmaler Rudolf Schäfer das große Wandbild an der Nordwand der Kirche als Gefallenen-Gedächtnismal.

Orgel

Der Prospekt der Orgel im Neorenaissance-Stil stammt aus dem Jahr 1881. Orgelbaumeister Kurt Österle lieferte 1966 das Werk. Dieses wurde 1994/96 von der Orgelbauwerkstatt Scharfe (Ebersbach/Fils) überarbeitet. Dabei wurden auch zwei Zungenregister der ehemaligen Sauer-Orgel der Staatsoper Unter den Linden, Berlin, eingebaut. Die Orgel verfügt heute über 28 Register.

Kostbarkeiten der Stephanuskirche

Der Taufstein wurde von dem Alfdorfer Steinbildhauer Josef Wagner gefertigt und stammt aus der Erbauungszeit der Kirche.

Das Kreuz aus schwarzem Lias-Gryphitenkalk wurde 1687 in Schwäbisch Gmünd gefertigt. Der Gekreuzigte aus Marmor wurde vom Stuttgarter Hofbildhauer Benjamin Grünewald im selben Jahr geschaffen.

Im früheren Gebetsraum der Patronatsfamilie vom Holtz befindet sich ein Ofen mit gusseisernen Platten aus dem Jahr 1721. Er wurde im Hüttenwerk Königsbronn hergestellt und zeigt neben dem Wappen eine allegorische Darstellung des Glaubens.

Glocken

Auf dem Kirchturm rufen vier Glocken zum Gottesdienst.

Die älteste und kleinste wiegt 375 kg. Aufschrift: die Namen der vier Evangelisten; vermutlich aus der Zeit kurz vor 1300.

Die Hosianna-Glocke aus dem Jahr 1500. Sie wiegt 1200 kg und ist aus der Werkstatt Bernhart Lachamann in Heilbronn.

Die schwerste Glocke (1500 kg) wurde 1605 von Johannes Miller, Rotschmied in Esslingen, gegossen. Sie trägt die Inschrift: „Zu der Ehre Gotes leit ich“.

Die jüngste der vier Glocken (756 kg) stammt aus der Werkstatt Bachert, Kochendorf. Die Freiherren vom Holtz hatten sie 1956 gestiftet an Stelle einer ebenfalls von ihrer Familie gestifteten Glocke von 1633. Diese war im Kriegsjahr 1943 eingeschmolzen worden.

 

 

Wandbild von Rudolf Schäfer

Einen großen Raum nimmt das Wandbild von Rudolf Schäfer ein. Es zeigt auf der linken Seite Abraham und Isaak auf dem Weg zum Berg Moria. Abraham hatte den Auftrag bekommen, seinen einzigen Sohn zu töten. Auf der rechten Seite ist die Darstellung Jesu im Tempel zu sehen. Der greise Simeon spricht eine Weissagung über dem Kind aus. Maria hört in aller Freude auch die Worte: „Es wird ein Schwert durch deine Seele dringen.“ Somit sind die beiden Menschen rechts und links der Kanzel im vorweggenommenen Schmerz um ihre Söhne verbunden: links der alte Mann, der Stammvater Abraham. Rechts die junge Mutter Maria.

Der Schmerz wird aufgenommen und unter den Regenbogen, das Zeichen des Bundes mit Gott und des Friedens gelegt. Dort stehen, über dem Lamm (ein Bild für Jesus Christus) die Worte des Propheten, die er im Auftrag Gottes sagt: „Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jeremia 29,11)

Das Wandbild von Rudolf Schäfer ist – auf den ersten Blick für den Betrachter nicht erkennbar – ein Gefallenen-Gedächtnismal für die Männer, die im 2. Weltkrieg aus der Gemeinde Alfdorf gefallen sind oder vermisst waren. Es wurde im Jahr 1950 durch die Evang. Kirchengemeinde in Auftrag gegeben und vom Juni bis September 1951 durch Professor Rudolf Schäfer in Casein-Secco-Technik ausgeführt.

 

Adresse:                              Mesnerdienst:
Stephanuskirche                  Else Stütz
Schloßgartenweg 20            07172 - 32656
73553 Alfdorf